Vendredi 23 novembre 2007 5 23 /11 /2007 23:31
  Bocas, wie ihr wisst, ist eine charmante kleine Insel Panamas, ein Asyl für Aussteiger, ein Paradies für neue Hippies oder diejenigen, die sich als solche betrachten. Diese übernachten hauptsächlich bei Heike und verbringen ihre Abende im Mondo Taitu oder im Aqua lounge, bevor sie sich um 12 Uhr 30 in der Nacht auf das Party Boat begeben. Kurzum, Bocas ist purer Spass.
Außerdem sind die Insel wunderschön: durchsichtiges Wasser, Palmen, feiner Sand und atemberaubende Natur. Die Leute sind freundlich, auch wenn man immer vorsichtig bleiben muss, dass man nicht übers Ohr gehauen wird.
Dies sieht ein Tourist, der ein paar Tage in Bocas verbringt.
 
Wenn man seinen Rucksack länger auspackt, offenbart das Dorf doch andere Seiten seiner Persönlichkeit:
Zuerst wird das „jeden Abend Feiern“ schnell etwas oberflächlich. Dann brechen einem hungrige streunende Hunde und Katzen, die in der Strasse herumlaufen in der oft vergeblichen Hoffnung etwas zu essen zu finden, das Herz. Auch merkt man, dass es schwierig ist, gewisse Produkte zu kaufen, sogar Bananen, obwohl es nur einige Km entfernt, riesige Bananenplantagen gibt.
Und was soll man nur über jene Verschmutzung sagen? Es ist unvorstellbar. Nie hätte ich so etwas erahnen können. Es ist so extrem, dass es nicht mehr eine lokale Angelegenheit ist, sondern eine internationale Sache. Internationale Inspektoren sollten die panameischen Behörde drängen, die Bevölkerung dazu zu zwingen, wenigstens ihren Garten sauber zu halten. Die Leute leben in ihrem Müll, und es scheint sie nicht im Geringsten zu stören.
Schließlich all diese Leute, die von Morgens bis Abends in den Strassen herumlungern und nur damit beschäftigt sind, die anderen zu beobachten. Worauf warten sie? Wann werden sie sich in die Hand nehmen? Es gäbe so viel zu tun… Und ich will nicht hören, dass Geld fehlt. Daran liegt es nicht, es ist nur eine bequeme Ausrede. Hier macht man seine Arbeit und das, wofür man bezahlt wird. Man denkt nicht weiter, man ist nicht innovativ, das allgemeine Wohlbefinden interessiert keinen.
Ein anderes Beispiel illustriert diesen Standpunkt: Ich hätte in Carenero arbeiten sollen, der Nachbarinsel von Bocas. Alles war angeblich klar. Ich habe mich also wie abgemacht in die Schule begeben, welche von leeren Flaschen, Plastikmüll, alten Sanitärgegenständen und vielem anderen mehr umgeben ist, was im schmutzigen Wasser treibt. Der Direktor ließ mich insgesamt 4 Mal zurückkommen, um mir schließlich mitzuteilen, dass er mich doch nicht braucht. Erstens wollte ich mich nur nützlich machen, zweitens wenn ich die Umgebung der Schule betrachte, zweifle ich daran, dass es genug Arbeitskräfte gibt. Aber es ist nur eine Frage der Flexibilität, des Willens und der Motivation. Man braucht nicht viel Vorstellungsvermögen, um Aktivitäten für die Kinder zu finden. Nach 2 Minuten sprudeln die Ideen, es ist so eindeutig…
Dies ist eine negative Seite von Zentralamerika und wahrscheinlich von vielen anderen Orten in der Welt. Ich muss zugeben, dass ich es mir von nun an zwei Mal überlegen werde, bevor ich den Entwicklungsländern etwas spende. Geld ohne Bildung und Erziehung bringt auf lange Sicht nichts.
 
In einigen Tagen fahren wir nach Nicaragua und dann kommt der Flug in die Vereinigten Staaten, wo andere Impressionen auf uns warten. Ich freue mich schon auf die neuen Begegnungen und die neuen Entdeckungen, die wir machen werden.
Par Aurelie - Publié dans : PANAMA
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